Römische Legion Ränge Tabelle: Hierarchie, Aufgaben & Sold im römischen Militär 2026

Die römische Legion war eine der effektivsten militärischen Organisationen der Antike. Ihre Stärke beruhte nicht nur auf Waffen, Ausbildung und Disziplin, sondern auch auf einer klaren Hierarchie. Vom einfachen Legionär über den Optio und Centurio bis zum Primus Pilus waren Aufgaben, Verantwortung und Besoldung unterschiedlich geregelt.

Die folgende Übersicht bezieht sich vor allem auf die kaiserzeitliche Legion, insbesondere auf die Struktur des 1. und 2. Jahrhunderts n. Chr. Die genaue Organisation veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte. Auch beim Sold gibt es unterschiedliche Berechnungen, da Quellenlage und Umrechnung der historischen Währungen nicht immer eindeutig sind.

Römische Legion Ränge Tabelle

Rang/Funktion Aufgabe Sold im Verhältnis zum einfachen Legionär Stellung
Miles / Legionär Infanterist, Kampf und täglicher Dienst Mannschaft
Cornicen Signalhornbläser 1,5× Principalis
Tesserarius Verantwortlich für Wachdienst 1,5× Principalis
Optio Stellvertreter des Centurios Principalis
Signifer Träger des Feldzeichens Principalis
Aquilifer Träger des Legionsadlers Principalis
Imaginifer Träger des Kaiserbildes Principalis
Centurio Führer einer Centurie ca. 15× Offizier
Primus Pilus ranghöchster Centurio ca. 60× oberster Centurionenrang
Praefectus castrorum Lagerkommandant ca. 67× höherer Stabsoffizier
Tribunus angusticlavius Militärtribun ca. 83× Stab/Offiziersrang
Tribunus laticlavius ranghöherer Militärtribun ca. 133× senatorischer Offizier
Legatus legionis Kommandeur der Legion deutlich höher höchster Legionskommandeur

Die angegebenen Soldverhältnisse sind historische Schätz- beziehungsweise Rekonstruktionswerte und keine modernen Gehaltstabellen. Für die Kaiserzeit um 100 n. Chr. werden beispielsweise für einen einfachen Legionär rund 300 Denare Jahreslohn unter Domitian angesetzt. Ein Centurio lag in Berechnungen bei rund 4.500 Denaren, ein Primus Pilus bei etwa 18.000 Denaren. (Wikipedia)

1. Der einfache Legionär: Miles

Am unteren Ende der militärischen Hierarchie stand der einfache Soldat, häufig als miles oder miles gregarius bezeichnet. Er bildete das Rückgrat der Legion.

Zu seinen Aufgaben gehörten:

  • Gefechtsdienst
  • Marschieren
  • Wach- und Patrouillendienst
  • Aufbau und Abbau des Marschlagers
  • Bauarbeiten
  • Straßen- und Befestigungsarbeiten
  • Transport und Versorgung
  • Waffen- und Ausrüstungspflege

Der Legionär war damit nicht ausschließlich Kämpfer. Ein erheblicher Teil des militärischen Alltags bestand aus Ausbildung, Wachdienst, Bauarbeiten und logistischen Aufgaben.

2. Principales: Spezialisten innerhalb der Legion

Zwischen dem normalen Legionär und dem Centurio gab es verschiedene Funktionen, die unter dem Begriff principales zusammengefasst werden können.

Dazu gehörten unter anderem der Cornicen, Tesserarius, Optio und verschiedene Feldzeichenträger. Ihre Besoldung lag über der eines einfachen Legionärs. Eine Rekonstruktion der kaiserzeitlichen Besoldungsstruktur setzt für bestimmte sesquiplicarii etwa das 1,5-Fache und für duplicarii etwa das Doppelte des Grundsoldes an. (Wikipedia)

Cornicen

Der Cornicen war für Signale mit dem Horn zuständig. Auf dem Schlachtfeld konnten akustische Signale bei Lärm und eingeschränkter Sicht entscheidend sein.

Tesserarius

Der Tesserarius war mit dem Wachdienst innerhalb der Einheit verbunden. Er hatte unter anderem Aufgaben bei der Organisation und Überwachung der Wachen.

Optio

Der Optio war der wichtigste Stellvertreter des Centurios. Er konnte bei Abwesenheit des Centurios dessen Aufgaben übernehmen und war außerdem für Ordnung und Disziplin innerhalb der Einheit zuständig.

Der Optio gehörte zu den duplicarii und erhielt damit ungefähr den doppelten Grundsold eines einfachen Legionärs. (RMRS)

3. Signifer, Aquilifer und Imaginifer

Eine besondere Bedeutung hatten die Träger der militärischen Feldzeichen.

Der Signifer trug das Feldzeichen einer Centurie. Neben der symbolischen Funktion waren mit dieser Position auch administrative beziehungsweise finanzielle Aufgaben verbunden.

Noch bedeutender war der Aquilifer. Er trug den Legionsadler, die Aquila. Der Adler war das wichtigste Feldzeichen der gesamten Legion und besaß eine enorme symbolische Bedeutung.

Der Imaginifer trug dagegen das Bildnis des Kaisers.

Diese Positionen waren deshalb nicht mit gewöhnlichen Mannschaftsdienstgraden gleichzusetzen. Sie wurden erfahrenen und zuverlässigen Soldaten übertragen.

4. Der Centurio: Rückgrat der Legion

Der Centurio war einer der wichtigsten militärischen Führer der römischen Armee. Er kommandierte grundsätzlich eine centuria, wobei diese in der Kaiserzeit nicht zwingend exakt 100 Mann umfasste.

Eine Legion verfügte im klassischen kaiserzeitlichen Modell über zahlreiche Centurionen. In einer Übersicht zur Legion um 100 n. Chr. werden 59 Centurionenpositionen genannt, darunter die besondere Gruppe der Centurionen der ersten Kohorte. (Kiwix Server)

Zu den Aufgaben eines Centurios gehörten:

  • Ausbildung der Soldaten
  • Durchsetzung der Disziplin
  • Führung im Gefecht
  • Organisation des Dienstes
  • Kontrolle der Ausrüstung
  • Überwachung von Märschen und Wachdiensten

Der Centurio war damit wesentlich mehr als ein moderner Unteroffizier. Seine Stellung innerhalb der römischen Armee war sehr bedeutend.

5. Die Rangordnung der Centurionen

Die Centurionen waren selbst hierarchisch gegliedert. Dabei spielten insbesondere die Position innerhalb der Kohorte und die Zugehörigkeit zu den sogenannten primi ordines eine Rolle.

Die Centurionen der ersten Kohorte besaßen eine besonders hohe Stellung. An der Spitze stand der Primus Pilus.

Die Bezeichnungen der Centurionen können deshalb nicht einfach mit modernen Dienstgraden gleichgesetzt werden. Die römische Armee verfügte über ein eigenes System aus Dienstalter, Kohortenrang und militärischer Reputation.

6. Primus Pilus: Der ranghöchste Centurio

Der Primus Pilus war der höchste reguläre Centurionenrang einer Legion.

Er führte die erste Centurie der ersten Kohorte und besaß dadurch eine herausragende Stellung. Zu seinen Aufgaben gehörte auch die Verantwortung für den Legionsadler beziehungsweise dessen Schutz.

Der Primus Pilus war außerdem ein wichtiger Ansprechpartner des Legionskommandeurs und nahm an Beratungen teil. (Wikipedia)

Seine Position war auch finanziell äußerst attraktiv. Rekonstruktionen für die frühe Kaiserzeit setzen seinen Jahreslohn auf ein Vielfaches des normalen Legionärssoldes an. Für die Zeit Domitians werden beispielsweise rund 18.000 Denare genannt. (Wikipedia)

7. Praefectus castrorum

Der Praefectus castrorum, der Lagerpräfekt, gehörte zu den erfahrensten Berufsoffizieren einer Legion.

Seine Aufgaben lagen vor allem im organisatorischen und technischen Bereich. Dazu konnten gehören:

  • Organisation des Legionslagers
  • Bau und Instandhaltung
  • Logistik
  • Versorgung
  • Materialverwaltung
  • technische Infrastruktur

Der Lagerpräfekt war damit besonders wichtig für den täglichen Betrieb einer großen militärischen Einheit.

8. Militärtribunen

Über den Centurionen standen weitere Offiziersränge, darunter die Militärtribunen.

Der Tribunus angusticlavius gehörte zum Offiziersstab der Legion. Daneben gab es den Tribunus laticlavius, der einen höheren senatorischen Rang besaß.

Die Militärtribunen übernahmen Stabs-, Verwaltungs- und Führungsaufgaben. Ihre gesellschaftliche Stellung unterschied sich deutlich von der eines gewöhnlichen Berufssoldaten.

9. Legatus legionis: Kommandeur der Legion

An der Spitze einer regulären Legion stand normalerweise der Legatus legionis.

Er war der eigentliche Kommandeur der gesamten Legion und stammte in der Kaiserzeit typischerweise aus der senatorischen Führungsschicht.

Seine Aufgaben waren wesentlich umfangreicher als die eines einzelnen Gefechtsführers. Er war verantwortlich für:

  • militärische Operationen
  • Disziplin
  • Verwaltung
  • Einsatzplanung
  • Zusammenarbeit mit dem Provinzstatthalter
  • strategische Aufgaben

Damit bildete der Legionslegat die Spitze der militärischen Hierarchie innerhalb der Legion.

Römischer Legionär Sold Tabelle

Der Sold veränderte sich im Laufe der Kaiserzeit erheblich. Deshalb ist es sinnvoll, nicht nur einen einzigen Wert zu nennen.

Zeitraum Legionär, ungefährer Jahresgrundsold
Augustus 225 Denare
Domitian 300 Denare
Septimius Severus ca. 450–600 Denare
Caracalla ca. 675–900 Denare
Maximinus Thrax ca. 1.350–1.800 Denare

Die unterschiedlichen Angaben ergeben sich unter anderem daraus, ob Berechnungen mit stipendia, Jahresgrundsold und verschiedenen Rekonstruktionen arbeiten. Das Oxford Classical Dictionary bestätigt für Augustus einen Legionärssold von 225 Denaren und beschreibt mehrere spätere Soldsteigerungen. (OUP Academic)

Eine wissenschaftliche Rekonstruktion von Michael Speidel rechnet beispielsweise mit 900 Sesterzen Jahresgrundsold unter Augustus, 1.200 unter Domitian, 2.400 unter Septimius Severus und 3.600 unter Caracalla. (ResearchGate)

Warum stieg der Sold der Legionäre?

Die Erhöhung des Soldes hatte verschiedene Ursachen. Eine wichtige Rolle spielte die politische Bedeutung der Armee. Kaiser waren auf die Loyalität ihrer Soldaten angewiesen.

Unter Domitian wurde der Legionärssold erhöht. Septimius Severus und Caracalla folgten mit weiteren erheblichen Erhöhungen. Gleichzeitig führten Inflation und Veränderungen des Münzwesens dazu, dass ein höherer Nominalbetrag nicht automatisch dieselbe reale Kaufkraft bedeutete.

Der Vergleich von 225 Denaren unter Augustus mit mehr als 1.000 Denaren im 3. Jahrhundert darf daher nicht als einfache Vervielfachung des tatsächlichen Lebensstandards verstanden werden.

Abzüge vom Sold

Der Sold war außerdem nicht unbedingt vollständig frei verfügbar. Aus den antiken Quellen und modernen Untersuchungen geht hervor, dass bestimmte Kosten beziehungsweise Abzüge beispielsweise für Verpflegung, Kleidung oder Ausrüstung berücksichtigt wurden. (OUP Academic)

Neben dem Grundsold konnten Soldaten zusätzliche finanzielle Vorteile erhalten. Dazu gehörten Prämien, kaiserliche Geldgeschenke und möglicherweise Beuteanteile.

Besonders bei einem Herrscherwechsel konnten sogenannte donativa eine wichtige Rolle spielen.

Hierarchie einer römischen Legion im Überblick

Vereinfacht lässt sich die Rangordnung der kaiserzeitlichen Legion folgendermaßen darstellen:

Legatus legionis

Tribunus laticlavius / Tribuni angusticlavii

Praefectus castrorum

Primus Pilus und weitere hochrangige Centurionen

Centurionen

Optiones und andere Principales

Signiferi, Aquilifer, Imaginifer

Tesserarius und Cornicen

Miles / einfacher Legionär

Dabei handelt es sich um eine vereinfachte Darstellung. Die tatsächliche römische Militärhierarchie war komplexer und veränderte sich je nach Epoche.

Legion, Kohorte und Centurie

Um die Rangstruktur zu verstehen, muss auch die Organisation einer Legion betrachtet werden.

Eine Legion war in Kohorten gegliedert. Diese bestanden wiederum aus Centurien. Der Begriff Centurie bedeutet zwar wörtlich eine Einheit von 100, doch die tatsächliche Stärke einer kaiserzeitlichen Centurie lag häufig darunter.

Ein vereinfachtes Organisationsschema lautet:

Einheit Typische Funktion
Legion große militärische Formation
Kohorte Untereinheit der Legion
Centurie grundlegende taktische Einheit
Contubernium kleinste Zelt- bzw. Kameradschaftseinheit

Das berühmte Bild der römischen Legion mit exakt 6.000 Soldaten ist daher mit Vorsicht zu betrachten. Die tatsächliche Stärke konnte je nach Epoche, Einsatz und Ergänzung der Einheit schwanken.

Was machte die römische Legion so erfolgreich?

Die Stärke der Legion lag nicht allein in ihrer Bewaffnung. Entscheidend waren Organisation, Training und Disziplin.

Ein römischer Soldat musste beispielsweise Märsche, Lagerbau, Waffenhandhabung und Formationsbewegungen beherrschen. Die Armee konnte außerdem große Mengen an Material transportieren und innerhalb kurzer Zeit befestigte Lager errichten.

Die klare Rangordnung sorgte dafür, dass Befehle über mehrere Ebenen weitergegeben werden konnten. Ein Legionslegat musste nicht jeden einzelnen Soldaten unmittelbar führen. Die Befehlsstruktur reichte vom Legionskommandeur über Tribunen und Centurionen bis zu Optiones und einfachen Soldaten.

Fazit: Römische Legion Ränge und Sold

Die römische Legion besaß eine stark ausgeprägte Hierarchie. Am unteren Ende stand der einfache Legionär, während der Centurio eine zentrale Führungsposition innehatte. Darüber folgten besonders erfahrene Centurionen wie der Primus Pilus sowie verschiedene Tribunen und schließlich der Legionslegat.

Auch beim Sold bestanden erhebliche Unterschiede. Ein einfacher Legionär erhielt unter Augustus etwa 225 Denare pro Jahr. Unter Domitian waren es ungefähr 300 Denare. Für Centurionen und besonders den Primus Pilus werden ein Vielfaches dieser Summe angesetzt. (OUP Academic)

Für einen Vergleich im Jahr 2026 ist allerdings wichtig: Historische Denare lassen sich nicht seriös 1:1 in heutige Euro umrechnen. Aussagekräftiger ist deshalb der Vergleich innerhalb des römischen Besoldungssystems.

Quellen und weiterführende Informationen

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